KUNSTMESSEN WICHTIGER GEGENPOL ZUM SCHNELLEN KLICK IM INTERNET - Interview mit Aussteller Markus Strasser

KUNSTMESSEN WICHTIGER GEGENPOL ZUM SCHNELLEN KLICK IM INTERNET - Interview mit Aussteller Markus Strasser

Kunsthandel in Zeiten des Internets –  Interview mit Markus Strassner, einem treuen Weggefährten der KUNST&ANTIQUITÄTEN MÜNCHEN

Ein langjähriger und erfolgreicher Aussteller auf der KUNST&ANTIQUITÄTEN MÜNCHEN ist Markus Strassner aus Österreich. Seit vielen Jahren ist er der Messe treu und vertreibt in seinem Kunsthandel in Schärding am Inn eine große Bandbreite an Objekten. Diesen Herbst hat er wieder einige Highlights mit dabei: zum Beispiel ein “marktfrisches” Werk von Leo Putz, einige Hauptwerke des derzeit sehr gefragten österreichischen Malers Oskar Mulley, den die Galerie seit Jahren sehr erfolgreich als Schwerpunkt vertritt, sowie Gemälde von E. Cucuel und einige sehr ausgefallene Objekte aus dem Bereich Kunsthandwerk und Einrichtung, die zu unseren Überraschungen zählen. So reicht sein Spannungsfeld von der frühgotischen Madonna-Skulptur bis zur chromglänzenden Wurlitzer-Orgel aus den 50er-Jahren.

Herr Strassner, Sie sind mit Ihrem Kunsthandel sehr breit aufgestellt. Das Sortiment reicht von Kunsthandwerk über Einrichtungsgegenstände bis hin zu alpenländischer Malerei. Muss man heutzutage ein Allrounder sein, um bestehen zu können?

Strassner: Wir haben uns seit Jahren als Ziel gesetzt, den vorherrschenden Qualitätsansprüchen Rechnung zu tragen. Für uns bedeutet das, eine Art „BEST OF“ der Epochen zu finden und diese im Rahmen der Hofburg Messe Wien, Residenz Salzburg und KUNST&ANTIQUITÄTEN MÜNCHEN den Besuchern bzw. Kunden zu offerieren. Wir sehen es als spannend und dem heutigen Zeitgeist entsprechend an, zum Beispiel eine gotische Madonna in Verbindung mit einem klassisch modernen Gemälde zu präsentieren.

Wie schätzen Sie die Trends im Kunsthandel der kommenden Jahre ein?

Strassner: Out of the ordinary – das “Außergewöhnliche” ist immer ein Garant für Interesse beziehungsweise den Verkauf.

Wie hat der Handel im Internet den Kunstmarkt verändert?

Strassner: Das Internet bietet natürlich Transparenz, allerdings ist ein Sehen, Fühlen und ein fachkundiges Gespräch sowie der persönliche Kontakt wichtiger und sicherer als ein Mausklick. Gerade in Zeiten, wo alles sehr schnell und unpersönlich abläuft, bzw. sich immer mehr eine Wegwerfgesellschaft entwickelt, bieten die Kunstmessen einen Gegenpol, der mit persönlicher Fachberatung liebevoll präsentierte Einzelstücke offeriert, die die Individualität des Einzelnen unterstreicht und seine Wertigkeit hält bzw. oftmals steigert!

Gibt es eine neue Generation von Sammlern?

Strassner: Der klassische Sammler wird unserer Meinung nach immer seltener (Briefmarken, Münzen etc.). Er wird von fachkundigen Käufern ersetzt, die für sich individuelle Einzelstücke (auch verschiedener Epochen) interessieren und auch ihr eigen nennen wollen. Hinzu kommt der Käufer, der gerne ein Highlight in seine oftmals auch moderne Wohnung setzen möchte.

Sehen Sie als Österreicher einen generellen Unterschied zwischen dem Markt in Österreich und dem in Deutschland?

Strassner: Unserer Ansicht nach findet sich sowohl in Deutschland sowie in Österreich sehr kunstinteressiertes Publikum. Wobei in Deutschland der Bereich Interieur und Kunsthandwerk favorisiert wird und in Österreich die Gemälde vorne liegen.

Worauf freuen Sie sich besonders, wenn Sie auf die KUNST&ANTIQUITÄTEN MÜNCHEN kommen?

Strassner: Natürlich auf das süddeutsche bzw. Münchner Publikum, wo wir schon viele zu unseren Stammkunden zählen dürfen und die durch ihre Herzlichkeit sowie ihren guten und extravaganten Geschmack – den wir gerne mit ihnen teilen – bestechen!